Sektion Amateurmeteorologie

Claudia Hinz

Beobachtungshinweise August 2022

Verfasst von am Juli 28, 2022

Hundstage

Seit 23. Juli bis zum 23. August befinden wir uns im Zeitraum der Hundstage, in welchem statistisch die heißesten Tage des Jahres auftreten. Denn obwohl die Sonne schon wieder sinkt, sind Erde, Atmosphäre und vor allem auch die Meere maximal aufgeheizt, so dass die Summe aus aktueller Einstrahlung und gespeicherter Wärme am größten ist. In diesem Jahr ist die Wärmespeicherung aufgrund der mehrwöchigen Hitze in Südwesteuropa besonders groß, so dass davon auszugehen ist, dass uns die Hitzezunge noch das eine oder andere Mal erreichen wird.

Auch, wenn der Hund nicht Namensgeber für die Hundstage ist, genießt er in den heißen Tagen die Abkühlung

Mit Schatten suchenden Vierbeinern haben die Hundstage aber nichts zu tun. Stattdessen geht die Bezeichnung bis auf das alte Ägypten im 2. Jahrtausend v. Chr. zurück und bezeichnete die Rückkehr des Sternbildes Großer Hund (Canis Major) an den Morgenhimmel. Zuerst erscheint Sirius als hellster Stern über dem Horizont, der den Kopf des Hundes markiert. Bis zur Sichtbarkeit des gesamten Sternbildes vergehen 31 Tage, woher sich deshalb die Bezeichnung „Tage vom großen Hund“ (Hundstage) ableitet. Die Griechen erklärten den Zusammenhang zwischen der Wiederkehr des Sirius und den Tagen der (dort) größten Sommerhitze durch die Verschmelzung des Sonnenlichts mit dem „Feuer“ des Sirius. Arabische Astronomen bezeichneten die in flirrender Sommerhitze besonders häufig erscheinenden Fata Morganen gar als den „vom Himmel tropfenden Speichel des Hundssterns“.

Nach den Hundstagen endet zudem der Siebenschläferzeitraum und nicht selten ändert sich danach die Wetterlage grundlegend. Es wird kühler, unbeständiger und meist zieht der phänologische Frühherbst ein.

Phänologie

In der Phänologie endet meist in der dritten Augustdekade der Spätsommer und es beginnt der Frühherbst. Gekennzeichnet wird er durch die Fruchtreife von Schwarzem Holunder, Brombeere, Hundsrose (Hagebutten), Sanddorn, Weißdorn, Kornelkirsche, Aronia und Haselnuss. Auch Obst wie Zwetschgen, Äpfel und Birnen reifen im Frühherbst voll aus. Durch die große Hitze und die Trockenheit in diesem Jahr dürfte der Frühherbst schon deutlich eher beginnen, teilweise sind die Brombeeren schon jetzt reif.

Reife Holunderbeeren leiten den Frühherbst ein.

Sternschnuppennächte der Perseiden

Sternschnuppe über der Wetterwarte Fichtelberg

Vom 17. Juli – 24. August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle. Die Kometentrümmer treten in die Erdatmosphäre ein und erzeugen beim Verglühen wunderschöne Sternschnuppen. Die meisten Sternschnuppen sind allerdings vom 9. bis 13. August sichtbar mit einem Maximum in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Leider stört in diesem Jahr das Licht des Vollmonds das Himmelsereignis, so dass schwächere Sternschnuppen nur schwer zu sehen sind. Doch auch in den Nächten davor und danach werden Hunderte der meist millimeterkleinen Gesteinsbrocken mit 60 Kilometern pro Sekunde, das sind 216.000 Kilometer pro Stunde, in die Erdatmosphäre eintreten und in 80 bis 100 Kilometer Höhe durch die Reibungshitze verglühen.

Der Radiant, also der Punkt, aus dem die Sternschnuppen kommen, ist das Sternbild Perseus (Karte ?). Es ist in Mitteleuropa zirkumpolar, das heißt es geht die gesamte Nacht über nicht unter. Somit sind die Perseiden auch schon zu Beginn der Nacht zu sehen. Allerdings können am Abendhimmel nur wenige Meteore beobachtet werden, denn der Beobachter befindet sich zu dieser Zeit auf der dem Partikelstrom abgewandten Seite der Erde und der Radiant liegt noch sehr flach über dem Horizont. Ab etwa Mitternacht steht er genügend hoch über dem Osthimmel. Die hellsten Meteore sind aber in Gegenrichtung zu beobachten, da dort die zu sehen sind, die in flachem Winkel in die oberen dünnen Atmosphärenschichten eintreten und dadurch sehr langsam verglühen.

Auffindkarte des Radianten der Perseiden. Quelle: Vereinigung der Sternfreunde e.V.

Wieder mehr Regenbögen

Die Regenbogenhäufigkeit nimmt im August deutlich zu. Denn es gibt (oft) noch zahlreiche Schauer, aber der Zeitraum, in welchem die Sonne tiefer als 40° steht und in der Ebene einen Regenbogen erzeugen kann wird immer größer. Zum Monatsende steigt die Sonne nur noch in den Mittagsstunden höher.

Denn der Hauptregenbogen ist ein Kreis mit 42° Radius um den Sonnengegenpunkt. Dieser befindet sich gegenüber der Sonne genau so weit unter dem Horizont, wie die Sonne darüber. Vom Flachland aus sieht man immer nur den Teil des Regenbogens, der über dem Horizont steht. Bei Sonnenuntergang zeigt sich also der Regenbogen als Halbkreis, bei steigender Sonne verschwindet immer mehr des Bogens unter dem Horizont. Steigt die Sonne über 40°, wird in der Ebene (anders als auf dem Berg) auch das oberste Segment des Regenbogens unsichtbar. Zum Sonnenhöchststand im Juni und Juli zeigt sich der Regenbogen deshalb nur am frühen Morgen oder späten Abend, im August wird die Sichtbarkeitsspanne deutlich länger.

„Aufgehender“ Regenbogen an einem Augustnachmittag.

Text und Fotos: Claudia Hinz

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Wie war das eigentlich mit den ersten Thermometern und den ersten Messungen?

Verfasst von am Juli 23, 2022

Ein Exkurs mit speziellem Blick auf das „kleine Florentiner“

von Michael Jung

Zweifellos gilt Galilei als einer der ersten Erfinder eines Thermometers, wenngleich er dazu Erkenntnisse der Ausdehnung von Flüssigkeiten bei Wärmezufuhr Archimedes nutzte. Der große Nachteil dieser Messgeräte, sie waren offen und der Einfluss eines sich verändernden Luftdrucks auf die Ausdehnung von Flüssigkeiten noch nicht bekannt.

Doch zwei bedeutende Herren erlernten später in Galileis Werkstätten das Handwerk zur Herstellung von Thermomtern und entwickelten den Bau der feinfühligen Instrumente enorm weiter. Sie konnten sich diese kostspielige, wissenschaftliche Arbeit leisten, denn es waren Ferdinand der II. – Großherzog der Toskana und sein Bruder Leopold aus dem Hause der Medicis, denen wir zahlreiche Entdeckungen in der Mathematik und Physik aber auch unsagbare Kunstschätze zu verdanken haben. Den Medicis und helfend auch Torricelli ist es zu verdanken, dass die ersten vollständig geschlossenen Thermometer hergestellt wurden und in Umlauf kamen. Es waren somit die ersten Thermometer, die unabhängig vom Luftdruck die Temperatur anzeigen konnten und gleichzeitig somit deutlich präzisere Werte lieferten.

Sie bauten ab 1646 (diese Jahreszahl ist nicht ganz verbrieft) an den Thermometern. Die Glasbläser Moriani und Almanni, die zu den besten Zunftmeistern ihrer Zeit zählten, konnten in den Werkstätten der Medicis hauchdünne Kapillare blasen und Emaille schmelzen.

Die Thermometer wurden mit Weingeist gefüllt und anfangs mit rotem Kermet gemischt, um die Skalen besser ablesen zu können Doch der Farbstoff schmierte und so wählte man wieder reinen Weingeist, auch wenn es schwieriger abzulesen war. Die Skaleneinteilung des 15cm großen Thermometers, das unten kugelförmig war, erfolgte in 50 Graden. Anfangs schwarze Emaillekugeln, für die bessere Ablesbarkeit aber jede Zehnte weiß. Später wurde dann blaue Emaille verwendet.

Fatal, von definiertem Siede- und Gefrierpunkt war noch nichts bekannt. Und so wurde einfach angenommen, dass die kälteste Möglichkeit eine Mischung aus Eis und Meersalz ist. Das entpricht etwa -21 Grad und wurde der Nullpunkt (unten). Die wärmste Temperatur wurde als Tierblut angenommen und entsprach 39 Grad, also etwas gerundet 40 Grad. Die Skala wurde dann weiter nach oben um zusätzliche zehn Punkte erweitert. In der Umrechnung heute kann man etwa 1 Gk mit knapp 1.5 Grad Celsius vergleichen, jedoch gab es teilweise nach unten große Abweichungen, weil die Kältemischungen nicht immer gleich waren. Die Maßeinheit Gk kommt der Ehrung Galileis („G“) zu Gute und das „k“ steht für das „kleine Florentiner“.

Bedeutsam war, dass nun mehrere dieser Thermometer an einem Ort mit einer Skaleneinteilung gebaut wurden und an 11 verschiedene Städte (davon sieben in Italien) verteilt wurden. Mit dabei waren neben den italienischen Städten Florenz als Zentrum und dem Kloster Vallombrosa (1000 Meter Höhe) die europäischen Städte Warschau, Paris, Innsbruck und Osnabrück. Häufig wurden Klöster ausgesucht, aber auch Forschungs- und Experimentiereinrichtungen.

Das Revolutionäre bestand nun darin, dass an allen Orten mindestens zwei Mal am Tag, in Italien alle 3-4 Stunden, jeweils zwei Thermometer eines in südlicher und eines in nördliche Richtung hängend, vergleichbare Werte erzielt wurden. Die Abenddämmerung galt in den Klöstern als nullte Stunde. Da aber permanente Verschiebungen von Sonnenauf- und Untergang stattfand, waren Mitternacht und Mittag immer zu anderen Zeiten. Das wurde dann aufwendig später umgerechnet und angepasst. Zusätzlich wurden aber neben der Temperatur auch Wettererscheinungen mit erfasst, wie Regen, Wind, Sturm, Hagel, extreme Sonne.

Wir datieren exakt den Aufzeichnungsbeginn mit dem 15.12.1654 und die Messreihe endet im Jahre 1670. Es handelt sich somit um die älteste Messreihe von Temperaturen in der Welt mit vergleichbaren Skalen. Zwischen Florenz und Vallombrosa ritten sogar täglich ein Reiterbote hin und her, um die aktuellen Werte auszutauschen. International ist aber schon kurz nach 1667 Schluss. Die Messreihen wurden veröffentlicht über die Accademia del Cimento in Florenz, dessen Leiter der Großherzog Ferdinand war.

Die Veröffentlichung war der Kirche, die seit Galilei eh ein Problem mit den Wissenschaften hatte, ein riesen Dorn im Auge. Zu mächtig und reich aber waren die Medicis, dass man es hätte früher verbieten können. So kam es zu einem traurigen Deal, der durchaus auch angelehnt in heutigen Tagen Bezüge finden könnte. Der Papst bietet dem Bruder Leopold einen Kardinalsposten an, den er nur bekommt, wenn Ferdinand seine Reihen und die Veröffentlichungen beendet. Raten Sie mal, was dann passierte…

Dennoch wurden in den beiden Orten Florenz und Vallombrosa die Messreihen bis 1670 auf intensives Drängen von Ferdinand (ohne Veröffentlichungen) fortgeführt und endeten abrupt, welch ein Wunder, mit seinem Tod 1670.

In den Folgejahren wurde die Thermometerherstellung permanent geändert und perfektioniert. Und so tauchen Namen wie Torricelli, Fahrenheit (Quecksilber) und Celsius mit neuen Materialien und Erkenntnissen auf. Experimentiert wurde mit allem was ging, wie Gasdruck, Metallausdehnungsmaterialien, meist aber doch mit Flüssigkeiten. Auch hier gab es skurile Versuche mit Rotwein, verdünnter und konzentrierter Salpertersäure, Leinsamenöl (Isaac Newton), reiner Alkohol. Viele bekannte und unbekannte Forscher und Gelehrte schrieben das Buch der Thermometer weiter, was auch zur Folge hatte, dass verschiedenste und schwer zu vergleichende Skalen entstanden.

Herausragend und genannt werden soll aber in diesem Zusammenhang Anders Celsius aus Schweden. Er definiert als erster Wissenschaftler den Schmelzpunkt des Eises und auch den Siedepunkt des Wassers auf seiner 100teiligen Skala, die zunächst „Schwedische Skala“, dann „Centigrade-Skala“ und jetzt in der uns bekannten „Celsius-Skala“ mündete. 1902 löste in Deutschland dann diese Skala die vorher meist verwendete Rèamur-Skale ab. 1948 wurde die Celsius-Skale als offizielle Einheit – SI-Einheit – international festgelegt.

Die Ablesung einer Temperatur auf einem analogen Thermometer, sei es aus Alkohol (rot, blau, weiß) oder aus Quecksilber war und ist immer auch eine Ehrerweisung an die guten alten Wissenschaftler und bietet definitiv mehr Freude als das Ablesen von heutigen digitalen Anzeigegeräte. Für Wetterfans ist ein analoges Thermometer einfach ein Muss und man hat daran definitiv auch länger Freude als an „Diggis“.

Quellen:

  • „Thermometer, Skalen und deren Väter“ R. Holland und G. Stöhr 2013
  • „Zeitzeichen“ Anne Preger WDR 2019
  • Bilder: Privat Michael Jung
Die „Freunde alter Wetterinstrumente“ ließen  50 „kleine Florentiner“ Thermometer nachbauen. Sie wurden in feinster Handarbeit von einem Meister in den Lauscher Glaswerken mundgeblasen und die Emaillekugeln in Handarbeit aufgetragen. Allein das Blasen der hauchdünnen Kapillare ist eine Meisterleistung, die heute nur noch wenige Glasbläser beherrschen. Das Thermometer ist wie sein Urvater mit klarem Weingeist gefüllt und alle 10 Skalenpunkte eine weiße Kugel gesetzt. Unterschied, es wurde auf die Skale Grad Celsius geeicht und der Gefrierpunkt, der damals noch nicht bekannt war, mit einem roten Strich gesetzt. Dieses Thermometer wurde an Mitglieder der „Freunde alter Wetterinstrumente“ in der ganzen Welt verteilt und sind eine absolute Rarität. Wenn Sie einmal in Florenz zu Besuch sein sollten, gehen Sie unbedingt ins „Museo Galileo“. Dort finden Sie eines der noch beiden Urväter. Foto: Michael Jung

2011 wurden anläßlich des zehnjährigen Bestehens der „Freunde alter Wetterinstrumente“ zu Ehren der wichtigsten Thermometergestalter und Namensgeber von Skalen des 18. Jahrhunderts in einer Auflage von 25 Stück dieses „Nurglas-Thermometer“ gefertigt. Das Besondere ist die verschiebbare Glasröhre, so dass eine Umrechnung nicht erfolgen muss. (Größe 18x15cm – Nr. 13 der Serie) Verewigt sind hier Kelvin (Irland), Celsius (Schweden), Fahrenheit (Polen), Rankine (Schottland), Delisle (Frankreich), Rømer (Dänemark), Florente Magnum (kleines Florentiner-Italien). Foto: Michael Jung

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Zero Order Glow an Regenstreifen

Verfasst von am Juni 30, 2022

Dieses Bild fotografierte heute Thomas Junghänel in Offenbach. Es zeigt glühend rote Regenstreifen, die links von der Sonne niedergehen und sehr ungewöhnlich wirken. Denn das Rot entsteht hier nicht in den Wolken, sondern im Regen selbst.

Wenn Regentropfen im Spiel sind, handelt es sich um eine Erscheinung aus der Regenbogenfamilie, dem sogenannten Zero Order Glow. Der Name bedeutet, dass es sich um einen Regenbogen nullter Ordnung handelt. Also das Licht wird innerhalb des Tropfens nicht einfach oder doppelt reflektiert, wie es beim Haupt- oder Nebenbogen der Fall ist, sondern das einfallende Licht durchwandert den Tropfen ohne Reflektion und verlässt ihn nur in abgelenkter Form. Deshalb gibt es keine kreisförmige Lichtkonzentration, sondern das Zero Order Glow erscheint bei Regen als diffuse leuchtende Fläche in Sonnenrichtung. Es unterscheidet sich vom Abendrot dadurch, dass nicht die Wolken rot werden, sondern der Regen selbst. Und wenn er wie in diesem Fall nur in schmalen „Streifen“ auftritt, ist auch nur dort da Rot zu sehen.

Auch wenn Zero Order Glow bei jeder Sonnenhöhe als diffuse gelbliche bis rötliche Scheibe um die Sonne sichtbar ist, meist zusammen mit einem Regenbogen auf der sonnenabgewandeten Seite, ist es bei tiefstehender Sonne am eindrucksvollsten, da es dann den Regen oft leuchtend rot erscheinen läßt.

Zero Order Glow in Offenbach. Foto: Thomas Junghänel

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Beobachtungshinweise Juni und Juli 2022

Verfasst von am Mai 29, 2022

Sommeranfang in der Meteorologie, Astronomie und Phänologie

Aber wann beginnt denn nun der Sommer? Am 1. Juni, wie bei den Meteorologen üblich, um den 21. Juni zur Sommersonnenwende, oder dann, wenn die Sommerlinde blüht? Das kommt ganz darauf an, ob wir den Frühlingsanfang meteorologisch, astronomisch oder phänologisch bestimmen.

Ursache für die astronomischen Jahreszeiten ist die Schrägstellung der Erdachse von 23,27°. Darum neigt sich unsere Nordhalbkugel während eines halben Jahres zur Sonne hin und wir erleben wärmere und lange Tage. Während der anderen Hälfte des Jahres neigt sich unsere Nordhalbkugel von der Sonne weg und es wird kühler und früher dunkel. Der astronomische Sommeranfang markiert mit der Sommersonnenwende den Tag, an dem die Sonne am längsten scheint.

Grafik: Horst Frank

Der meteorologische Sommeranfang wurde von der Weltorganisation für Meteorologie aus klimatologischen Gründen auf den 1. Juni festgelegt. Da der Sommer nun die kompletten Monate Juni bis August umfasst, werden so jahreszeitliche Statistiken erleichtert. Denn bei einer Auswertung der Sommerdaten auf astronomischer Grundlage würden im Vergleich zu den Monatsdaten schwer interpretierbare Überlappungen entstehen.

In der Phänologie werden die Jahreszeiten vom Pflanzenwachstum bestimmt. So beginnt der Vorfrühling, wenn die Kätzchen der Haselsträucher stäuben und die Schneeglöckchen blühen. Die Forsythie leitet den Erstfrühling ein und mit der Apfelblüte hält der Vollfrühling Einzug. Auch der Sommer wird in drei Abschnitte geteilt. So beginnt der Frühsommer mit der Holunderblüte, die Blüte der Sommerlinde eröffnet den Hochsommer und die ersten reifen Äpfel zeigen den Spätsommer an. Die Phänologischen Jahreszeiten sind also an kein festes Datum gebunden. Der phänologische Sommerbeginn ist nicht nur von Jahr zu Jahr unterschiedlich, sondern variiert auch regional sehr stark, denn der Vegetationsstand kann in tiefen Lagen um Wochen voraus sein als in Gebirgsregionen.

Singularitäten und Bauernregeln

Die Schafskälte ist eine Singularität, die mit fast 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen dem 10. und 20. Juni mit kühlem und wechselhaftem Wetter eintritt. Ursache der Schafskälte sind für diesen Zeitraum typische feucht-kalte Luftströme aus dem Nordwesten, die das Thermometer um fünf bis zehn Grad Celsius sinken und die namensgebenden frisch geschorenen Schafe frieren lassen.

Dauert das nasskalte Wetter über den 27. Juni an, so ist nach der Siebenschläferregel ein kühler verregneter Sommer zu erwarten. Man sollte seine Sommerprognose aber nicht auf diesen Tag festnageln, denn da diese Bauernregel schon deutlich vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582 entstand, ist der heutige Siebenschläfertag eigentlich der 7. Juli. Und wirklich ist es oft so, dass sich Anfang Juli häufig die vom Jetstream abhängige Großwetterlage für den Sommer einstellt, welche sich üblicherweise bis Mitte August stabilisiert. Liegt der Jetstream im Norden, so werden Tiefdruckgebiete meist in Richtung Nordeuropa abgelenkt und Hochdruckgebiete dominieren das Wetter im südlichen Mitteleuropa, liegt er weiter südlich, so können Tiefs über Mitteleuropa hinwegziehen. Im kontinentalen Südostdeutschland trifft die Siebenschläferregel in acht von zehn Sommern zu, im maritim geprägten Norden erreicht sie immerhin noch eine Trefferquote von etwa 65 Prozent.

Atmosphärische Erscheinungen

Es gibt zwei Erscheinungen, welche fast ausschließlich im Juni und Juli beobachtbar sind – die Leuchtenden Nachtwolken und der Zirkumhorizontalbogen

Leuchtende Nachtwolken (NLC) sind silbrig schimmernde feinstrukturierte Wolken, welche Ende Mai bis Anfang August in der Mesopause in einer Höhe von circa 83 km entstehen. Sie sind normalerweise in der nautischen Dämmerung bei Sonnentiefen zwischen 6 und 16° am Nordwest- bis Nordosthorizont zu sehen. Aufgrund ihrer großen Höhe werden sie noch direkt angeleuchtet, während tiefe Wolken längst im Schatten liegen.

Hochreichende Leuchtende Nachtwolken im Erzgebirge. Foto: Claudia Hinz

Damit sich in solchen Höhen bei der sehr geringen Wasserdampf-Konzentrationen überhaupt Eiswolken bilden können, bedarf es sehr tiefe Temperaturen unter minus 140°C. Aufgrund der interhemisphärischen Zirkulation treten diese Temperaturen in den nördlichen Breiten nur zwischen Juni und August auf. Zudem sorgen im Sommer höhere Winde dafür, dass die Eisteilchen über größere Entfernungen transportiert werden. Die Lebensdauer einzelner Eispartikel dürfte in der Größenordnung einiger Stunden liegen. bis sie z.B. durch Absinken und Südwärtsverlagerung wieder sublimieren. Deshalb verändern sich die feinen Strukturen der Leuchtenden Nachtwolken ziemlich stark.

Im Norden sind Leuchtende Nachtwolken in den Sommermonaten fast in jeder zweiten Nacht zu sehen, nach Süden hin nimmt die Häufigkeit jedoch stark ab. Allerdings ist in den letzten Jahren eine Zunahme der Häufigkeit als auch einer Ausdehnung nach Süden zu beobachten, so dass selbst in den mittleren Breiten helle Süd-NLC beobachtbar waren.

Über die Warnliste des Arbeitskreises Meteore e.V. kann man sich über ein Auftreten informieren lassen, ebenso wird im NLC-Forum über Beobachtungsmöglichkeiten diskutiert sowie Sichtungen präsentiert und ausgewertet.

Der Zirkumhorizontalbogen gehört zu den circa 50 Haloarten, die durch Lichtbrechung oder -spiegelung an den Eiskristallen hoher Cirruswolken entstehen. Er ist allerdings die einzige Haloart, die nur im Sommer beobachtbar ist. Damit er als farbiges Band etwa 50° unterhalb der Sonne sichtbar werden kann, muss die Sonne mindestens 58° über den Horizont steigen. Im Süden ist dies zwischen Anfang Mai und Anfang August der Fall, im Norden nur um den Sonnenhöchststand im Juni. Allerdings steigt die Sonne selbst zum astronomischen Sommeranfang im Süden nicht höher als 66°, in der Mitte 63° und im Norden etwa 60°, bei 68° Sonnenhöhe erreicht der Zirkumhorizontalbogen aber erst seine maximale Helligkeit. Deshalb ist er in unseren Breiten leider nie in seiner vollen Pracht und Farbigkeit zu sehen. Wer allerdings Urlaub auf der Alpensüdseite oder noch südlicher verbringt, kann ihn bei optimalen Voraussetzungen in voller Brillanz bewundern. In Ländern nördlich des 55. Breitengrades (z.B. Schottland, Dänemark oder Moskau) kann der Zirkumhorizontalbogen übrigens gar nicht gesehen werden, da die Sonne nicht mehr hoch genug steigt. Damit ist dies eine der wenigen Haloerscheinungen, die nicht überall auf der Erde beobachtbar ist.

Zirkumhorizontalbogen am Wendelstein. Foto: Claudia Hinz

Astronomie

Charakteristisch für den sommerlichen Sternhimmel ist das Sommerdreieck, welches sich am Nordosthimmel erhebt. Es besteht aus drei Fixsternen, die jeweils unterschiedlichen Sternbildern zugeordnet sind. Im Uhrzeigersinn sind dies: Deneb im Sternbild Schwan, Wega in der Leier und Atair im Adler.

Zudem gibt es im Juni und Juli jeweils wieder einen sogenannten Supermond, der sich in der Vollmondphase nahe dem erdnächsten Punkt seiner elliptischen Umlaufbahn um die Erde befindet. Für eine Erdumrundung benötigt der Mond ca. 27 Tage, dabei schwankt die Entfernung wegen der elliptischen Umlaufbahn zwischen 356.400 und 406.700 Kilometern. Da Vollmond alle 29,5 Tage sei, falle der Abstand jeden Monat anders aus. Um als Supermond zu gelten, muss sich der Vollmond mindestens auf 367.600 Kilometer nähern. Der Vollmond am 14. Juni hat einen Abstand von ca. 357.435 Kilometer, am 13. Juli von ca. 357.418 Kilometer. Visuell entspricht übrigens der Unterschied vom erdfernsten zum erdnächsten Mond ungefähr dem Verhältnis eines 1 Euro zu einem 2 Euro-Stück.

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Beobachtungshinweise Mai 2022

Verfasst von am April 30, 2022

Es gibt einige meteorologische Erscheinungen, die in bestimmten Monaten zu beobachten sind. Diese möchten wir nun regelmäßig vorstellen.

Lostage / Bauernregeln

Zu den bekanntesten Lostagen im Mai gehören die Eisheiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln wie „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“ und „Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die kalte Sophie“ spielen auf die Nachtfröste an, die bis Mitte Mai immer wieder vorkommen können. Aus meteorologischer Sicht sind diese Aussagen gar nicht so unwahrscheinlich. Vor allem in Tallagen und Senken kann sich zu dieser Jahreszeit vor allem bei nächtlicher Ausstrahlung bei wolkenlosem Himmel oftmals noch Kaltluft sammeln, welche die jungen Obstblüten oft erfrieren lassen.

Die Bauernregel „Auf einen trockenen Mai folgt ein dürres Jahr“ hat vor allem über Süddeutschland eine hohe Trefferquote und bewahrheitet sich in 7 von 10 Jahren zu. In Westdeutschland nähert sich das Zutreffen eher dem Zufallsprinzip.

Morgendlicher Reif an frischen Baumblättern

Pollenkorona

Die Pollenkorona entsteht durch Lichtbeugung an den Blütenpollen und ist am besten bei klarem blauem Himmel als kleiner farbiger Kranz um die Sonne zu beobachten. Durch die große Blendwirkung der Sonne ist für die Beobachtung eine dunkle Sonnenbrille vonnöten, zudem sollte man die direkte „Sonnenscheibe“ unbedingt abdecken. Am einfachsten ist sie deshalb bei Sonnenuntergang beobachtbar, wenn die Blendwirkung nachlässt, oder seltener am Mond.

In den warmen Gebieten Deutschlands sind nicht selten ab Februar die ersten Pollenkoronen an Erlen- oder Birkenpollen sichtbar. Die schönsten und hellsten entstehen aber im Mai an den Pollen von Fichte und Kiefer. Durch Luftsäcke können sich diese lange in der Luft halten und werden bei leichtem Wind mitunter über 100km weggetragen. Trifft das Sonnenlicht auf die Pollen, wirken sie wie ein Hindernis, an dessen Rand das Licht in seine Spektralfarben aufgespalten wird. Es entsteht also ein Beugungsbild, dessen Aussehen von der Form der Pollen abhängt. Bei Fichten- und Kiefernpollen sind nicht rund und erzeugen deshalb an den Koronen charakteristische Knoten, durch welche man sie sehr sicher zuordnen kann.

Fichtenkorona mit charakteristischen Knoten

Mondfinsternis

Am Morgen des 16. Mai 2022 taucht der Vollmond in den Erdschatten ein und es gibt eine totale Mondfinsternis. Sehen können wir in Deutschland leider nur den Beginn, dann geht der Mond am Westhorizont unter. Der Eintritt in den Kernschatten beginnt gegen 04.30 Uhr MESZ (Daten variieren von Ort zu Ort), Beginn der totalen Phase ist ca. 05.30 Uhr. Zwischen 05.30 Uhr (NE) und 06.30 Uhr (SW) geht in Deutschland die Sonne auf, so daß der Westen auf jeden fall begünstigt ist.

Horizontnahe Mondfinsternisse können besonders von höheren Standpunkten aus betrachtet besonders eindrucksvoll sein, da der halbverfinsterte Mond am Horizont durch Refraktionseffekte stark verzerrt werden kann.

Mondfinsternis am 16.09.2019 in den Berchtesgadener Alpen

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Im Halo gefangen und von „Ufos“ entführt…

Verfasst von am April 26, 2022

von Michael Jung

Am 22.04.22 fand der erste Themenabend des Fachausschusses Amateurmeteorologie (AmMet) der DMG e.V. statt. Nach der Gründung des Ausschusses im Jahr 2019 und einem Wettertreffen im Zinnwald beim dortigen Verein sollten eigentlich weitere Veranstaltungen folgen, doch kleine Viren verhinderten dies über einen längeren Zeitraum.

Dann war die Idee geboren, mal etwas Online zu versuchen. Eingeladen wurden verschiedene Wetternetzwerke, Vereine, Foren und Wetterinteressierte. Zwischenzeitlich sind ja alle ziemlich „Digital-Foren-Profis“ geworden, so dass die Plattform Zoom herhalten sollte. Und vorab gesagt, jawohl, die Plattform hat uns nicht im Stich gelassen, wir hatten eine stabile Verbindung. Es gab über 60 Anmeldungen, letztlich lauschten über 40 Teilnehmer dem digitalen „Wetterbericht“.

Claudia Hinz aus dem Fachausschuss erklärte sich bereit zum spannenden Thema „Bergwetter“ einen Vortrag zu halten. Als Rahmen für den Vortrag wurden die Vorstellungen des „Wetternetzwerkes Sachsen“ und der „Ring europäischer Hobbymeteorologen e.V.“  geplant. Schließlich soll der Netzwerkarbeit – Verknüpfung Profis und Amateure – große Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Beginnend mit einigen einleitenden Worten stellte Norbert Märcz als Vorsitzender des Fachausschusses AmMet den jungen Bereich der DMG e.V. vor.

Thomas Junghähnel vom Wetternetzwerk-Sachsen erläuterte kurz die Entstehung des Netzwerkes und präsentierte mit Bildern den Aufbau und die Darstellung im Netz. Mehr als 250 Anmeldungen zählt das Netzwerk, weit über 100 Stationen unterschiedlichster Bauart senden permanent ihre Daten, die auf einer Karte und in Tabellenform visualisiert werden. Eine besondere Dienstleistung, man kann auch zusätzlich manuell Wetterdaten melden. Das Netzwerk ist stetig gewachsen und als eine der künftigen Aufgaben wird gesehen, die Seite auch multilingual zu gestalten.

Anschließend sprach Johann Siemens vom Ring der europäischen Hobbymeteorologen e.V. Bereits seit 1985 besteht der Verein und obwohl Vielen bis dahin unbekannt, gehört er sicherlich zu den Methusalems im Bereich der Amateurmeteorologie. Die Beziehungen reichen bis Großbritannien und eigentlich müssen sie sich umbenennen, denn eine Station aus New Jersey in den USA ist auch dabei. Schwerpunkte neben Wettermeldungen und der Austausch von Monatsstatistiken in der Zeitschrift Wetterfrosch sind zudem die Organisation von Wettertreffen und so nutzte Herr Siemens gleich die Gunst der Stunde, für das nächste Treffen im Mai 2022 in Schwarzenberg/Erzgebirge einzuladen.

Dann folgte der Höhepunkt des Abends – das Thema „Bergwetter“ präsentiert von Claudia Hinz. Viele Jahre arbeitete sie unter anderem auch auf dem Fichtelberg und wurde nicht nur dort mit grandiosen Bildern aus, über und an Bergen belohnt. Dass ihr Beruf auch gleichzeitig Berufung und Hobby, Spaß und Lebensfreude sind, konnte sie uns zeigen.

Erwartet haben wir einen Vortrag zum Thema Bergwetter, doch das wurde kein Vortrag, es wurde eine Bergreise. Mit phantastischen Bildern in toller Qualität und emotionalen Beschreibungen standen wir alle in wenigen Minuten mit auf den Bergen. Schauten von der Fichtelbergstation hinauf zu irisierenden Wolken und gleiteten mit wabernden Asperitaswolken über den Gipfel. Unbemerkt gelangten wir zum Wendelstein, weil uns „Ufos“ plötzlich entführten, allerdings wurden wir „wissenschaftlich nüchtern“ auf den Boden zurückgeholt, denn Claudia betonte, dass es sich nur um „Lenticularis-Wolken“ handelt, die trotzdem zu meinen Lieblingswolken gehören.

Nebenher gibt es auch einige Grafiken und Anmerkungen zu Föhn und speziellen Gebirgswetterlagen zu sehen, toll erklärt und verständlich aufbereitet. Und natürlich wartet auch der höchste Berg Deutschlands, die Zugspitze, mit tollen Himmelserscheinungen auf. Gut, dass sie immer eine Kamera dabei hat und neben tollen Fotos gleich noch mit erläutert, dass Elmsfeuer zwar etwas sehr Schönes aber nichts Außergewöhnliches sind. Kurze Videosequenzen lassen uns mit den Wolken den Berghang hinuntergleiten und bedrohliche Stimmungen erleben. Nicht nur Nebensonnen und Regenbögen sind vor ihr nicht sicher, bei spannender Wetterlage und irren Lichtverhältnissen werden auch Segelflieger von ihr (fotografisch) gefangen, was ihr doch glattweg ein Freiflug bescherte.

Dann versinken wir im Eisnebel und trotz eisiger Temperaturen genießt man die schönen Bilder am heimischen PC und würde lieber gern mit vor Ort frieren. Doch dafür bleibt keine Zeit, denn wir werden auf dem Berg komplett von tollen Halos gefangen. Und während ich noch darüber nachsinne, ob das der Ursprung von Heiligenscheinen ist, teilt Claudia ihr Entsetzen mit, dass doch tatsächlich Leute auf dem Foto nicht zum Halo sondern wegschauen, recht hat sie…

Eisnebelhalo um die Wetterwarte auf dem Fichtelberg/Erzgebirge (1214m). Foto: Claudia Hinz

Am Ende der Reise, bedauert sie, dass sie uns nicht sehen konnte, sondern nur ihren eigenen Bildschirm und somit nicht weiß, ob ihre Ausführungen auch „rübergekommen“ sind. Vielleicht hätte sie mal in den Chatverlauf sehen sollen, was es dort für Kommentare und „Wow`s“  gab? Doch sie konnte durchaus noch einige Dankeschöns audiovisuell entgegen nehmen. Ich war noch ein wenig sprachlos und wohl immer noch im Halo gefangen und sage daher gern jetzt noch einmal – DANKE.

Norbert Märcz beendete das Zoom-Meeting mit der Ankündigung einer Fortführung der Veranstaltung, da es ja noch viele spannende Wetterthemen gibt. Da freuen wir uns jetzt schon drauf.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist unter hier abrufbar.

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Online-Themenabend „Bergwetter“

Verfasst von am März 18, 2022

Am 22.04.2022 um 18:00 Uhr möchten wir alle Wetterinteressierten zum Online-Themenabend „Bergwetter“ einladen.

Programm

Nach Vorstellung des Fachausschuss Amateurmeteorologie durch den Vorsitzenden Norbert Maercz entführt Claudia Hinz (DWD) die Teilnehmer mit ihrem reich bebilderten Vortrag „Bergwetter“ auf verschiedene Berggipfel des Landes und beleuchtet die wichtigsten typischen Wettersituationen und deren Auswirkungen.

Zudem stellen sich zwei Wettergruppierungen vor:

Der Ring europäischer Hobbymeteorologen e.V. entstand 1986 aufgrund eigener Wetteraufzeichnungen von Hans-Martin Goede (Ansbach) und Wolfgang Stief (Traunstein), die sie mit verschiedenen Hobbymeteorologen austauschten. Um diese festzuhalten und zu analysieren, wurde die Zeitschrift „Laubfrosch“ gegründet. Aus dem anfänglich genannten „Ring deutscher Nachwuchs-Meteorologen“ wurde Anfang der 1990er durch den Zulauf zahlreicher Mitglieder aller Altersgruppen der Ring europäischer Hobby-Meteorologen, seit 1998 ist er ein e.V.. Neben der Erfassung von Wetterdaten gemäß der Norm der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und Auswertung der Daten gibt es alle drei Jahre ein Treffen, die von Vereinsmitgliedern an unterschiedlichen Orten organisiert werden.

Das Wetternetz Sachsen entstand aus der Idee heraus, der stetig wachsenden Anzahl privater Wetterstationen in Sachsen gerecht zu werden. Viele Stationsbetreiber sendeten bereits ihre Daten an deutschlandweite Messnetze, doch oft gab es keine regionalen Kartenansichten und die Stationsdichte wurde immer größer. Aus diesem Grund sollte das im Juni 2010 ins Leben gerufene Messnetz gezielt Aufschluss über die regionale Wettersituation in Sachsen geben. Es werden schnell und einfach die wichtigsten Wetterelemente visualisiert. Die teilweise großen regionalen Unterschiede des Wetters können so auf einem Blick übersichtlich dargestellt werden.

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Wettertreffen in Zinnwald

Verfasst von am Oktober 5, 2019
Die Veranstalter Silvio Wandel vom Wetternetz-Sachsen (links) und der Vorsitzende des Wettervereins Zinnwald Norbert Maercz (rechts) mit dem MDR-Wettermoderator Thomas Globig (Mitte)

Am 14. September lud Silvio Wandel vom Wetternetz Sachsen die Beobachter im Wetternetz zu einem Treffen in Zinnwald-Georgenfeld ein. Das im Juni 2010 ins Leben gerufene Messnetz entstand aus der Idee heraus, die Daten der stetig wachsenden Anzahl privater Wetterstationen in Sachsen auf einer Plattform zu bündeln, aufzubereiten und zu visualisieren um damit einen besseren Überblick über die regionale Wettersituation zu geben. Inzwischen melden fast 130 Beobachter regelmäßig ihre Messdaten. Etwa 30 davon nutzten die Chance, sich bei einer vom Wetterverein Zinnwald mitorganisierten Zusammenkunft auszutauschen. Ganztägig dabei war als erster Überraschungsgast Thomas Globig vom MDR-Wetter, welcher geduldig zahlreiche Fragen beantwortete und ansonsten sehr sympathisch einfach einer von uns war.

Nach der Begrüßung im Lugsteinhof mit Vorstellung des Wettervereins und des neu gegründeten Fachausschuss Amateurmeteorologie folgte eine Wanderung über den vom Verein errichteten Wetterwanderweg, auf dem speziell das neueste Exponat, die erst kürzlich im Ortsteil Zinnwald errichtete Sonnenuhr großen Anklang fand.

Nach dem Mittag wurde als zweiter Überraschungsgast Jörg Kachelmann begrüßt, der zusammen mit dem Entwicklungschef von Kachelmann Group Janek Zimmer ca. eine Stunde über die Entstehung seiner umfangreichen Wetterseite und über zukünftige Pläne zum Aufbau eines neuen Mess- und Beobachtungsnetzes berichtete. Er stellte sich zudem zahlreichen Fragen des interessierten Publikums, bevor beide wieder nach Leipzig aufbrachen. Anschließend gab Thomas Globig einige interessante Denkansätze zur derzeitigen Klimapolitik und Medienhysterie, die nicht selten weit von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen entfernt geführt wird.

Nach stärkendem Kaffee entführte Claudia Hinz die Anwesenden mit einer umfangreichen Fotoshow auf verschiedene Berge, wo sie als Wetterbeobachterin dem Wetter oft ganz nah war und nicht nur Böenwalzen in die „Arcus„augen blickte. Immer fasziniert von Gewittern, ungewöhnlichen Wolken, optischen Erscheinungen, Föhnstürmen oder Wolkenmeer zeigte sie für „Flachlandbeobachter“ kaum zu erlebende Wetterphänomene in Bild und Film.

Nach dem vom Wetterverein gesponserten Grillen präsentierte Vereinschef Norbert Maercz eine unterhaltsame informative Wettershow, bei der alle einbezogen wurden. Gute Schätzungen von Mittel- und Extremwerten aus der fast 50-jährigen Zinnwalder Wetterstatistik wurden mit kleinen Preisen wie Thermometer, Zollstock oder hochprozentigen Küstennebel belohnt.

Insgesamt war es ein sehr gelungenes, abwechslungsreiches und inspirierendes Treffen mit guter Organisation und tollen Leuten, von dem es sicherlich 2020 mit dem anstehenden 10-jährigen Jubiläum des Wetternetz Sachsens eine Neuauflage gibt.

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Gründung und Vorstellung des Fachausschusses Amateurmeteorologie

Verfasst von am Oktober 4, 2019
Gründungsmitglieder des Fachausschusses Amateurmeteorologie,
v.l.n.r. Norbert Maercz, Dr. Stephanie Hänsel, Thomas Junghänel, Felix Dietzsch, Claudia Hinz, Wolfgang Hinz, Michael Jung, Silvio Wandel, Falk Böttcher

Am 03.05.2019 fanden sich in der DWD-Niederlassung Leipzig neun WissenschaftlerInnen und HobbymeteorologenInnen zusammen, um die erste und konstituierende Sitzung des neuen DMG-Fachausschuss Amateurmeteorologie (FA AmMet) zu begehen. Dieser Fachausschuss soll eine Schnittstelle zwischen Profis und Amateuren auf dem Gebiet der Meteorologie bilden, eine Plattform für meteorologische Bildung und zur Vernetzung für interessierte Laien sein und als Ansprechpartner für das Thema „Bürgerwissenschaften (Citizen Science)“ fungieren.

Nach Vorstellung und Verkündung der Tagesordnung berichtete der bis dahin kommissarische Vorsitzende Thomas Junghänel über den Hergang von der ersten Initiative im Jahr 2017 bis hin zum Beschluss der Einrichtung eines FA Amateurmeteorologie im Jahr 2018 durch das Präsidium.

Bereits 2017 formte sich eine Initiative aus DMG-Mitgliedern, um dem Thema Amateurmeteorologie innerhalb der DMG mehr Gewicht zu geben. Bei einer ersten Veranstaltung am 25.10.2018 der Sektion Mitteldeutschland bekamen HobbymeteorologenInnen die Möglichkeit, von ihren amateurmeteorologischen Tätigkeiten zu berichten. Dabei stellten Silvio Wandel (Wetternetz Sachsen), Norbert Märcz (Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld e.V.) und Markus Weggässer (Thüringer Storm Chaser e.V.) ihre Aktivitäten vor. Ein ausführlicher Bericht ist in den DMG-Mitteilungen 01/2019 zu finden. Eine zweite Veranstaltung folgte am 20.11.2018 gemeinsam mit der Sektion Norddeutschland in Hamburg, bei welcher Niko Renkosik (Schleswig-Holstein-Netz) und Peter von Söhnen (Skywarn Deutschland e.V.) ihr Betätigungsfeld präsentierten.

Da beide Veranstaltungen gut besucht waren, wurden sie als Erfolg gewertet und zeigten, dass diese Plattform sich für einen ersten Gedankenaustausch zwischen DMG und AmateurmeteorologenInnen gut bewährt. Aus diesem Grund sind weitere  Veranstaltungen mit den übrigen Sektionen in Planung.

In seinem Bericht vom 10.10.2018 informierte der Beauftragte für Amateurmeteorologie den Vorstand zum aktuellen Sachstand der Amateurmeteorologie speziell in Deutschland, aber auch in Europa und den USA, und empfahl eine vertiefte Behandlung des Themas „Amateurmeteorologie“ in einem Fachausschuss (FA).

Mit der konstituierenden Sitzung nimmt der FA nun offiziell seine Arbeit auf. Durch Wahl wurden einstimmig Felix Dietzsch als Vorsitzender und Silvio Wandel als Stellvertreter benannt. Felix Dietzsch ist Meteorologe (M.Sc.) beim Deutschen Wetterdienst und vom Hobby zum Beruf gekommen. Er ist in der Hobby-Community über diverse Foren und dem Wetterturnier, aber auch über ehrenamtliche Unwetterbeobachtung (Skywarn Deutschland e.V., Thüringer Storm Chaser e.V.) gut vernetzt. Silvio Wandel ist studierter Maschinenbauer (Dipl.-Ing.) und ein sehr engagierter Hobby-Meteorologe. Er betreibt unter anderem ehrenamtlich das Amateurmessnetz „Wetternetz Sachsen“ und bietet damit vor allem den mitteldeutschen HobbymeteorologenInnen eine Plattform zum Austausch. Zudem ist er in der Region ebenfalls ehrenamtlich für Skywarn Deutschland e.V. aktiv.

Zusammen mit dem neuen Vorstand wurden die Ziele des Fachausschusses formuliert und Pläne geschmiedet, wie diese Vorhaben bestmöglich umgesetzt werden können. So wird auf dieser Unterseite der DMG-Homepage eine Informationsplattform mit Fortbildungsmaterial aufgebaut. Außerdem werden AmateurmeteorologenInnen eingeladen, eigene Beiträge in den DMG-Mitteilungen zu veröffentlichen. Es werden weitere regionale Informationsveranstaltungen „Amateurmeteorologie in Deutschland“ angestrebt und auch auf anderen Veranstaltungen wie dem Tag der offenen Tür am 25.05.2019 in der DWD-Niederlassung Leipzig stellte sich der Fachausschuss vor und informierte in einem Flyer über seine Arbeit. Eine Fachtagung für Amateure mit Vorträgen und regem Informationsaustausch im Frühsommer 2020 ist das nächste große Vorhaben.

Der Vorstand des FA lädt alle interessierten DMG-Mitglieder ein, sich an der Arbeit des FA „Amateurmeteorologie“ zu beteiligen. Bitte senden Sie dazu einfach eine E-Mail mit Ihrer Interessensbekundung an AmMet@dmg-ev.de.

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